Bericht: Treffen mit Bezirksstadtrat Jochen Biedermann

Am 08.07.2025 hatte die Initiative Harzer Strasse eingeladen zu einem Gespräch über die Verkehrssituation in unserem Kiez mit Neuköllner Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei Herrn Biedermann bedanken, der sich viel Zeit genommen hat und sehr aufgeschlossen war. Die Zusammenarbeit mit ihm empfinden wir als äußerst produktiv und sind zuversichtlich, dass unsere gemeinsamen Bemühungen zu spürbaren Verbesserungen führen werden. Das Treffen in der Galerie Kungerkiez war sehr gut besucht und viele Anwohner:innen hatten die Gelegenheit ihre Fragen und Probleme einzubringen. Es wurde sogar im Tagesspiegel darüber berichtet – der Artikel ist hier zu finden (Zugriff nur mit Abo).

Im Gespräch mit Herrn Biedermann wurde verschiedenste Themen diskutiert. Unser geplanteter Einwohnerantrag wird als ein wichtiges Instrument gesehen, um Problemlagen sichtbar zu machen und das Bezirksamt zu konkretem Handeln zu bewegen. Wir werden entsprechend weiter daran arbeiten und in einen zeitnahen Austausch mit den Fraktionen der BVV gehen. Im Hinblick auf die Geschwindigkeitsüberwachung in der Harzer Straße stellte Herr Biedermann klar, dass hierfür nicht der Bezirk, sondern die Polizei zuständig ist. Ein ursprünglich geplanter Ausbau mobiler Blitzer wurde im aktuellen Koalitionsbeschluss des Berliner Senats gestrichen. Bezüglich möglicher Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung wurde erläutert, dass Versetzungen der Fahrgasse als ungeeignet gelten, da sie insbesondere für Radfahrer eine Gefährdung darstellen können. Alternativ sind Geschwindigkeitsschwellen oder Aufpflasterungen punktuell denkbar, etwa vor Schulen, wobei sie kurze Abstände von 50 bis 100 Metern erfordern. Die Einführung der Regel „rechts vor links“ wurde ebenfalls diskutiert. Eine Umsetzung ist jedoch schwierig, da sie in Absprache mit der BVG erfolgen muss und gegebenenfalls zu temporären Bremsvorgängen im Busbetrieb führen kann. Dennoch bleibt das Thema intern weiterhin in Beratung. Ein besonderes Augenmerk galt der problematischen Kreuzung Harzer Straße/Lohmühlenbrücke. Laut Herrn Biedermann arbeitet eine von der Senatsverwaltung organisierte Arbeitsgruppe an Konzepten für solche probelmatischen Kreuzungen. Die Kreuzung stellt vor allem aufgrund der Schleppkurven für Gelenkbusse eine Herausforderung dar, eine Umgestaltung ist jedoch in Planung. Zur Autobahnausfahrt A100 wurde festgestellt, dass derzeit kein konkretes Konzept existiert. Die Senatsverwaltung erkennt die Problematik bisher nicht an und wartet den Abschluss der Autobahnerweiterung ab. Straßensperrungen für den Individualverkehr sind nur eingeschränkt möglich, stattdessen erfolgen aktuell bauliche Maßnahmen wie Gehwegvorstreckungen. Die Eröffnung der A100 ist für Ende August bis Anfang September vorgesehen. Die vorliegenden Daten der Kunger-Kiezblock-Initiative bieten dem Bezirksamt Neukölln eine wertvolle Grundlage zur Ableitung weiterer Maßnahmen und werden ggf. bei Maßnahmen berücksichtigt. Zusätzlich unterstützen Telraam-Daten das Bezirksamt bei der verkehrsrechtlichen Bewertung und Anordnung. Bezüglich eine möglichen Parkraumbewirtschaftung, ergab eine Untersuchung aus dem Jahr 2021, dass in zwei Kiezen – darunter auch der Harzer Kiez – aktuell keine Umsetzung nötig ist. Eine erneute Prüfung für weitere Gebiete ist geplant.

Wir danken Herrn Biedermann noch einmal für das offene Gespräch und die konstruktiven Vorschläge!

Das nächste reguläre Treffen findet am 16. September 2025, 19 Uhr wieder in Galerie Kungerkiez (Karl-Kunger-Straße 15) statt.